Adolph Menzel
Ruhender Mann (Beethoven)

Künstler/in
Adolph Menzel

Titel
Ruhender Mann (Beethoven)

Entstehungsjahr
1850

Technik und Abmessung
Öl auf Papier, auf Pappe, 33 x 46 cm

Erwerbungsjahr
2023

Schenkung Henrik Hanstein, Lempertz

Das kleine Bild zeigt die formatfüllende Rückenansicht eines in einer Landschaft lagernden, nach der Mode des 18. Jahrhunderts gekleideten Mannes. Er hat den linken Arm in die Hüfte gestemmt und die Beine übereinandergeschlagen. Seine rechte Schulter lehnt an einem Felsbrocken, an dem sich unten die Signatur „A. Menzel 1850“ befindet. Im Hintergrund erstreckt sich eine flache Landschaft bis zum Horizont. Die Darstellung erinnert an das Gemälde „Goethe in der römischen Campagna“ von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1787, Städelmuseum, Frankfurt am Main) – eine Komposition mit einem „Wanderer“-Motiv, das zum Sinnbild für die Suche nach Erkenntnis und Inspiration wurde.
Auf der Rückseite des Werkes ist eine zweizeilige Beschriftung zu erkennen. Deren obere Zeile lautet „Lud. van Beethoven“, die Schrift darunter ist nicht zu entziffern. Möglicherweise hat Menzel mit dem „Ruhenden Mann“ tatsächlich auf Beethoven Bezug genommen. Er muss den Komponisten verehrt haben, denn er war ab 1889 Ehrenmitglied im Verein Beethoven-Haus Bonn (Menzel, Brief an den Verein Beethoven-Haus in Bonn vom 10. Mai 1889, Beethoven-Haus Bonn, BH 192). Zudem ist eine Zeichnung Menzels vom Beethoven-Porträt des Malers und Sängers Ferdinand Schimon als Reproduktion von 1904 überliefert (Beethoven-Haus Bonn, B 37/a, K 9/14). Und im Skizzenbuch Menzels von 1874 findet sich für den 19. August ein Eintrag über seinen Besuch des Sterbezimmers des Komponisten in Wien (Kupferstichkabinett Berlin, SZ Menzel Skb. 46, S. 82).
1906 erwarb Hugo von Tschudi das Bild für die Nationalgalerie. Anfang der 1930er Jahre ging es als Leihgabe an das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau. Seit 1945 galt es als Verlust. 2022 wurde das Werk den FREUNDEN der Nationalgalerie aus Privatbesitz geschenkt.

Birgit Verwiebe