Daniel Steegmann Mangrané
⊮, 2022
Künstler/in
Daniel Steegmann Mangrané
Titel
⊮
Entstehungsjahr
2022
Technik und Abmessung
Aluminiumvorhänge, Aluminiumschienen, Stahlrahmen, Lack, Maße variabel
Erwerbungsjahr
2022
Erwerbung der Stiftung
Daniel Steegmann Mangranés künstlerische Praxis umfasst Installationen, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Soundarbeiten wie auch die Auseinandersetzung mit dem Medium Ausstellung. Museen sind für ihn Orte, an denen sich unser Verhältnis zu Objekten und ihrer Realität neu gestalten kann.
Für den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin hat Steegmann Mangrané seine Arbeit ⊮ (ein mathematisches Symbol für „erzwingt nicht“) entwickelt, in der drei Vorhänge aus farbigen Aluminiummaschen parallel hintereinander aufgehängt den Raum gliedern. Formal erinnern die Vorhänge an Raumteiler und Gestaltungselemente, wie sie etwa in Katalonien, der Herkunftsregion des Künstlers, verwendet werden. Steegmann Mangranés Versionen weisen jedoch umrandete abstrakte oder geometrische Aussparungen auf, die kunsthistorisch an die unregelmäßig geformten Leinwände der Künstler*innen der argentinischen Grupo Madí in den 1940er-Jahre denken lassen.
Mit ⊮ schlägt Steegmann Mangrané unterschiedliche Weisen der Betrachtung und Bewegung im Raum vor, schafft Wechselspiele zwischen Fülle und Leere, Stetigkeit und Unterbrechung und ruft Vorstellungen von Körperlichkeit, Immaterialität und Transitzuständen hervor. In dieser auf Beteiligung zielenden Qualität erinnert die Arbeit zudem an Werke von brasilianischen Künstler*innen der neo-konkreten Bewegung der 1950er- und 1960er-Jahren wie Lygia Clark, Hélio Oiticica oder Lygia Pape, die körperliches Involviertsein als demokratischen Einstieg in die Arbeit sahen, mit politischen und emanzipatorischen Folgen für die Teilnehmenden.
Alice Koegel