Yoko Ono
Hide Me
Künstler/in
Yoko Ono
Titel
Hide Me
Entstehungsjahr
1971
Technik und Abmessung
Acrylic, 83,8 x 53,3 x 54 cm
Erwerbungsjahr
2026
Erwerbung der FREUNDE der Nationalgalerie, ermöglicht durch Birgit und Thomas Rabe.
Die Neue Nationalgalerie freut sich, den Ankauf des Werkes Hide Me (1971) von Yoko Ono bekannt zu geben. Der Ankauf wurde realisiert dank Birgit und Thomas Rabe, denen wir für ihre großzügige Unterstützung herzlich danken.
Mit dieser Erwerbung setzen wir ein klares Zeichen für die weitere Stärkung von Künstlerinnen in unserer Sammlung. Es ist uns ein zentrales Anliegen, die Perspektiven bedeutender weiblicher Positionen des 20. Jahrhunderts sichtbarer zu machen und nachhaltig in unserem Bestand zu verankern. Yoko Ono zählt zu den einflussreichsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Als Pionierin der Konzeptkunst und der Fluxus-Bewegung hat sie die Grenzen zwischen Kunst, Publikum und Alltag grundlegend neu definiert und Generationen von Künstler*innen geprägt.
Hide Me besteht aus einem transparenten Sockel – einem Objekt, das in der Kunstgeschichte traditionell der Präsentation und Erhöhung eines Kunstwerks dient. Der Sockel ist klar, reduziert, beinahe unscheinbar. Anstelle eines darauf platzierten Objekts enthält er jedoch eine Aufforderung: Hide Me - Er soll versteckt werden. Damit wird die gewohnte Funktion des Sockels – Sichtbarkeit zu erzeugen – ins Gegenteil verkehrt.
Hide Me besticht durch seine radikale Einfachheit und eröffnet zugleich vielschichtige Bedeutungsebenen. Ono thematisiert hier auf eindringliche Weise Sichtbarkeit und Verbergen und stellt konventionelle Betrachtungs- und Umgangsweisen mit Kunst in Frage. Der Sockel, traditionell Symbol für Erhöhung, Präsentation und Sichtbarmachung, wird selbst zum Gegenstand – und zugleich zur Anweisung. In diesem Paradox von „gesehen werden“ und „nicht gesehen werden“ liegt die poetische und zugleich politische Kraft des Werkes. Hide Me wirft Fragen nach Macht, Auslöschung und der Rolle der Betrachter*innen auf: Wer entscheidet, was sichtbar ist? Wer oder was bleibt verborgen? Und welche Mechanismen bestimmen diese Prozesse? Das Werk zwingt uns, nicht nur darüber nachzudenken, was wir sehen, sondern auch darüber, was wir nicht sehen – und warum.
Noor van Rooijen - Wissenschaftliche Museumsassistentin i. F., Neue Nationalgalerie
Yoko Ono „Hide Me“, 1971 / Acrylic 83.8 x 53.3 x 54.0 cm / Photography by Isabel Asha Penzlien © Yoko Ono Bildquellen
- Hide Me: Yoko Ono „Hide Me“, 1971 / Acrylic 83.8 x 53.3 x 54.0 cm / Photography by Isabel Asha Penzlien © Yoko Ono