Katharina Grosse
Ohne Titel, 2020

Künstler/in
Katharina Grosse

Titel
Ohne Titel

Entstehungsjahr
2020

Technik und Abmessung
Bronze, Acryl, 69 x 130 x 94 cm / Einzelstück in einer Auflage von 5

Erwerbungsjahr
2021

Erwerbung der FREUNDE der Nationalgalerie

Die Malerei von Katharina Grosse (*1961) kann überall auftauchen. Ihre raumgreifenden Arbeiten sind multidimensionale Bildwelten, in denen Wände, Decken, Objekte und ganze Gebäude bis hin zu Landschaften mit leuchtenden Farben überzogen sind. Dies gilt auch für ihre Ausstellung „It Wasn’t Us“, die 2020 sowohl die Historische Halle des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin als auch den Außenbereich hinter dem Gebäude in ein expansives Bild verwandelte, das die bestehende Ordnung des musealen Raums radikal destabilisierte.

Den Auftakt in diesem ausgedehnten Bild stellte eine abstrakte Bronzeskulptur in der Historischen Halle dar, die Grosse vor Ort besprüht hatte. Sie leitete zu der monumentalen Struktur hin, die im hinteren Teil der Halle aufgetürmt war und die gleichsam aus dem Gebäude hinaus in den Außenraum drängte. Aus einer früheren Schaffensphase der Künstlerin stammte das unbetitelte Bild von 2016. Hier treffen auf einer Fläche verschiedene Farbwelten aufeinander: einerseits eine grelle, „giftige“ Farbigkeit, andererseits eine gedeckte, „schmutzige“ Palette. Die abstrakte Malerei bietet eine komplexe Räumlichkeit, und mit der Durchdringung von farbigen und weißen Zonen wird im Bild ein klassisches Thema von Malerei, das Verhältnis von Figur und Grund, aufgerufen. Im Falle von Katharina Grosses Werken verweist dieses Verhältnis von Figur und Grund immer wieder auf die Beziehung von Malerei zur weißen Wand, die in ihren raumbezogenen Werken selbst als Malgrund dient.

Gabriele Knapstein