• Künstler/inEduardo Basualdo
  • TitelIncisive
  • Entstehungsjahr2016
  • GattungInstallation
  • Technik und AbmessungGraphit auf Papier, Maße variabel
  • Erwerbungsjahr2021
  • Erwerbung der StiftungJa
  • Schenkung Privatsammlung Berlin

Eduardo Basualdo, Incisive, 2016

Die raumbezogene Arbeit „Incisive“ (deutsch „einschneidend“) besteht aus einer riesigen Zeichnung. Da sie die Wände des Ausstellungsraums bedeckt, bildet sie einen Raum im Raum. Das Papier, auf das die Zeichnung aufgetragen wird, ist hauchdünn. Darauf sind Gitterstäbe zu sehen, die an einen Käfig oder ein Gefängnis denken lassen. Die Zeichnung entsteht mittels Frottage-Technik, indem das Papier auf ein großes Stück Metallgitter gelegt und mit Grafit die Gitterstruktur mittels Durchreibung übertragen wird.

„Incisive“ ist eine Installation, die sowohl auf den Innenraum des Museums und das Motiv des White Cube Bezug nimmt als auch auf durch Metallgitter abgesperrte und abgegrenzte Bereiche im Stadtraum oder in einem Gefängnis. Die Fragilität der Zeichnung auf dem hauchdünnen Papier, das sich beim Vorrübergehen leicht bewegt, bildet einen Kontrast zum Motiv des Gitters. Im Alltag dienen Metallgitter dazu, Bewegungsmöglichkeiten einzuschränken und zu kontrollieren, indem sie einschließen und ausschließen. Als wandfüllende Zeichnung ruft die Gitterstruktur bei den Betrachter*innen den Eindruck des Eingeschlossen seins hervor, während diese zugleich mit einer weitgehenden Leere des Ausstellungsraums konfrontiert sind. Hier wie in anderen Arbeiten nutzt der Künstler einfache Mittel, um eine zumindest auf den zweiten Blick beunruhigende Beziehung von Körper und Raum zu inszenieren.

Eduardo Basualdo (*1977 in Buenos Aires, AR, lebt in Buenos Aires, AR) nahm 2014 an der Gwangju Biennale in Südkorea teil sowie 2015 an der Venedig Biennale und der Biennale von Havanna.

Text: Gabriele Knapstein, Sven Beckstette