• Künstler/inAline Baiana
  • TitelThe cross of the South
  • Entstehungsjahr2020
  • GattungInstallation
  • Technik und Abmessung5 Gesteine ( Bändererz, goldhaltiges Konglomerat, Schmuckstein, Itabirit, kupferhaltiges Konglomerat), Drahtseile, Computerteile, Eisenarz, Epoxidharz und Bergbauabfälle resultierend aus Umweltkriminalität in Brumadinho, BR, variable Dimension
  • Erwerbungsjahr2021
  • Erwerbung der StiftungJa

Aline Baiana, The cross of the South, 2020, Ausstellungsansicht Scratching the Surface © Aline Baiana/ Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Mathias Völzke

Die Arbeit The Cross of the South von Aline Baiana besteht aus fünf Gesteinsbrocken, die im Ausstellungsraum so aufgehängt sind, dass sie die Konstellation des gleichnamigen Sternbilds nachahmen. Die Steine enthalten verschiedene Minerale, die in Brasilien vorkommen und dort nach wie vor von lokalen und internationalen Bergbaufirmen abgebaut werden: unter anderem Eisenerz, Kupfererz und Gold. Da der Bergbau eine bedeutende Einnahmequelle für die brasilianische Wirtschaft darstellt, zeigt der Staat wenig Interesse daran, die Umwelt oder die Indigene Bevölkerung, die in den Abbaugebieten lebt, vor dessen verheerenden Folgen zu schützen. Baianas Installation macht sichtbar, inwiefern das Kreuz des Südens zwischen zwei Weltsichten verstrickt ist. Während dieses nur auf der Südhalbkugel der Erde sichtbare Sternbild schon immer einen festen Platz im geistigen Kosmos der Indigenen Gemeinschaften hatte, haben es die Portugies*innen erstmals im 15. Jahrhundert erblickt: Auf ihrer Entdeckungsreise und schließlich bei der Kolonisierung Brasiliens ab 1500 nutzten sie es als Orientierungshilfe, da seine verlängerte Längsachse fast exakt auf den südlichen Himmelspol zeigt. Die Installation, zu der auch ein auf dem Boden liegender Kompass gehört, zeigt ebenfalls nach Süden. Diese Ausrichtung legt nahe, dass der Perspektive des globalen Südens und seiner Indigenen Gemeinschaften bei der Abwägung von Landverbrauch und Umweltschutz größere Beachtung geschenkt werden sollte.

Text: Daniel Milnes