• Künstler/inJürgen Klauke
  • TitelAntlitze, 1972-2000
  • Entstehungsjahr1972-2000
  • GattungFotografie
  • Technik und Abmessung96-teilige Fotoarbeit auf Barytpapier, je 60 x 50 cm
  • Erwerbungsjahr2004

© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jens Ziehe / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die 96teilige Serie „Vermummter Antlitze“ besteht aus einer Foto-Sammlung von Vermummten, die Jürgen Klauke seit dem Terroranschlag bei der Olympiade in München 1972 sammelt und 1999/2000 erstmals ausgestellt wurden. Die Entstehung des Werks reicht über viele Jahre und die Anonymität der vermummten Gesichter lässt sie zu Ikonen der Medienwelt werden. Sie sind „…vielleicht die eigentlichen Gesichter der modernen Welt“ (Peter Weibel).

Jürgen Klauke, der in seinem gesamten Œuvre Fragen nach Identität und Geschlecht stellt, mit Masken und Verkleidungen gearbeitet hat, und so die Fragen nach dem Subjekt und der Verantwortlichkeit, der Repräsentation auslotet, hat mit der Arbeit der „Vermummten Antlitze“ die Identitäts- und Geschlechtsaussagen gelöscht. Der Betrachter kann sie nicht einordnen, kann keine Aussage treffen, wann und wo die Fotos gemacht oder publiziert worden sind oder wer sich hinter der Maskerade verbirgt. Gerade seit den jüngsten Terroranschlägen überall in der Welt sind die Fotos zu einem ergreifenden Abbild einer globalen Bedrohung geworden, die kein Antlitz, kein Geschlecht hat, keine individuelle Verantwortung kennt und deshalb unfassbar und unbegreifbar geworden ist.