• Künstler/inNicolás Garcia Uriburu
  • TitelPortfolio (Manifest)
  • Entstehungsjahr1973
  • GattungGrafik
  • Technik und Abmessung6 Blätter, Siebdrucke auf Papier, je 75 x 55 cm
  • Erwerbungsjahr2021
  • Erwerbung der StiftungJa

Nicolás Garcia Uriburu, Portfolio (Manifest), 1973, Foto: Mathias Völzke

Nicolás García Uriburu war als Vorreiter der Land Art und Ecological Art Teil der internationalen Neo-Avantgarde der späten 1960er-Jahre. Am 19. Juni 1968 färbte er das Wasser des Canal Grande in Venedig mit einer unschädlichen fluoreszierenden grünen Substanz ein. Das Projekt fand im Rahmen der Venedig Biennale statt, Uriburu hatte jedoch keine behördliche Genehmigung dafür eingeholt. Die Aktion, die das Erscheinungsbild der italienischen Stadt für die Dauer eines Tages veränderte, zielte darauf ab, die Aufmerksamkeit auf die Beziehung zwischen Natur und Zivilisation zu lenken und ökologisches Bewusstsein zu fördern. Nach dieser Intervention färbte Uriburu den East River in New York, die Seine in Paris, den Rio de la Plata in Buenos Aires und abermals den Canal Grande in Venedig grün. Diese Aktionen wurden im Portfolio (Manifesto) (1973) dokumentiert, einer Serie aus sechs Siebdrucken, die der Künstler anfertigte, um seine Ideen weitläufiger verbreiten zu können. Zwar erklärte Uriburu, die metaphysische Intention seiner Arbeit sei es, Mensch und Natur wieder zusammenzubringen, gleichzeitig sah er sie als Kritik an der von den Industrieländern begangenen Umweltverschmutzung und deren Auswirkungen auf die Entwicklungsländer an. Dies war auch der Grund für die Reproduktion der Karte von Südamerika und der Iguazú-Wasserfälle an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien im Portfolio.

Nicolás García Uriburu (1937 in Buenos Aires, AR; † 2016 in Buenos Aires, AR) nahm 1982 auf Einladung von Joseph Beuys an der documenta, Kassel, teil. 2017 wurde sein Werk erneut auf der Venedig Biennale gezeigt.